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Feldheim, der kleine Ortsteil von Treuenbrietzen mit seinen 145 Einwohnern, ist die erste Gemeinde Brandenburgs, die sich komplett mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien versorgt. Die Energiepreise liegen 10 – 20 Prozent unter dem billigsten Anbieter. 100 Prozent Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien, das ist einmalig. Brandenburg liegt mit 20 Prozent deutschlandweit vorn. Das ruft nicht nur Befürworter auf den Plan. Windräder haben auch viele Gegner.
Kann Energie aus Sonne, Biomasse, Windkraft in Zukunft ohne Geld der öffentlichen Hand eine unabhängige Alternative zu Kohle- oder Atom-Strom sein?
Wie autark können Kommunen wirklich sein? Kann jetzt jede brandenburgische Gemeinde dem Feldheimer Projekt nacheifern?
Energieautarke Gemeinde Feldheim“ wird bald auf dem Ortsschild stehen. Ende Mai wird offiziell Einweihung gefeiert. Wärme fließt schon aus dem eigenen Netz. Strom folgt. Derzeit werden die letzten Stromzähler angebracht.
Mit ein paar Windkraftanlagen fing es 1996 an. Der Betreiber Energiequelle GmbH aus Zossen erkannte das Potential des kleinen Ortes und entwickelte das heutige Projekt. Keine Kohle, kein Atomstrom und kein Heizöl wird mehr benötigt. Die Lage ist günstig für die Windräder. Vor dem Ort wurde außerdem ein großer Solarpark gebaut und im Ort hat die Agrargenossenschaft eine Biogasanlage errichtet, die die Wärme für die Einfamilienhäuser, den eigenen Betrieb und eine Solarfabrik, die Photovoltaikanlagen baut, erzeugt. Sie kann auch Strom abgegeben. Ende des Jahres wird noch ein Energiespeicher dazu kommen. 50 Prozent des Projektes wurden gefördert mit EU-, Landes- und kommunalen Mitteln, 2 Millionen Euro flossen.
Fast Vollbeschäftigung hat der Ort mit 145 Einwohnern, allein 70 Arbeitsplätze vor Ort. Der Bürgermeister von Treuenbrietzen, Michael Knape, ist stolz auf das Erreichte und sieht durchaus Potenzial für Neues. Feldheim soll ein Energieforum – ein Kompetenzzentrum zum Thema neue Energien werden. Für 3 Millionen Euro wird der leerstehende Gasthof umgebaut. Der Informationsbedarf ist groß. Ein reger Energietourismus hat sich entwickelt. Das Projekt lockt Besucher aus der ganzen Welt aus Frankreich ebenso wie Japan und in dieser Woche eine Schülergruppe aus dem afrikanischen Sansibar.
Gesprächsgäste:
Michael Raschemann, Projektleiter Energiequelle Zossen
Michael Knape, Bürgermeister Treuenbrietzen/OT Feldheim
Autorin: Theresa Majerowitsch
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/theodor/archiv/theodor_vom_25_04/feldheim___das_1_.html