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rbbonline | Archiv

Im Sommer 2004 sorgte der "Fall Dennis" in Cottbus für großes Entsetzen. Polizisten entdecken die verweste Kinderleiche in einer Kühltruhe. In der Stadt wurde der Ruf nach einer Babyklappe laut. Aber es dauerte mehr als sechs Jahre bis die Stadtverordneten ein Schwangerschaftskrisentelefon beschließen.
Das Telefon soll die Alternative zur Babyklappe darstellen. Dann dauerte es nochmals 13 Monate, bis das Krisentelefon geschaltet wurde. Eine scheinbar endlose Geschichte!
Seit Mitte November vergangenen Jahres soll Frauen in Not unter der 0355-46 3333 geholfen werden. Das Krisentelefon ist für Frauen gedacht, die mit ihrer Schwangerschaft überfordert sind. Die Klinik ist sich bewusst, dass diese Frauen die Öffentlichkeit scheuen, die Anonymität suchen und absolute Diskretion brauchen.
Betreut wird das Telefon in der Erprobungszeit ausschließlich von einem einzigen Menschen. Der Chefarzt der Psychiatrie des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus ist rund um die Uhr erreichbar, täglich, auch sonn- und feiertags. Behandelt Dr. Dieter Sikorski am Tag seine Klinikpatienten, nimmt eine Sekretärin die Anrufe entgegen und die hilfesuchende Frau wird vom Psychiater zurückgerufen.
In Cottbus gibt es drei Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen, mehrere Familienberatungseinrichtungen, Kinder- und Jugendnotdienste, ein Frauenhaus, die Psychiatrische Institutsambulanz oder die Telefon-Seelsorge. Bislang hat noch keine hilfebedürftige Frau die Krisentelefonnummer gewählt.
Zu Gast im Studio: Hans Leitner, Geschäftsführer der Fachstelle Kinderschutz des Landes Brandenburg
Beitrag von Kerstin Alwardt
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/theodor/archiv/theodor_vom_08_01/krisen_nottelefon.html