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Im Berliner Regierungsviertel haben am Donnerstag frühere Heimkinder gegen Gewalt und Missbrauch protestiert. Aufgerufen hatte eine Initiative von Betroffenen.
Die Demonstranten forderten Entschädigungen, Therapiehilfen, Rentennachzahlungen und eine Entschuldigung der beiden großen Kirchen sowie staatlicher Stellen. Nach Polizeischätzungen nahmen etwa 250 Menschen teil.
Es geht vor allem um lange zurückliegende Vorfälle. Von der Gründung der Bundesrepublik bis in die 70er Jahre lebten rund 800.000 Kinder und Jugendliche in Heimen, davon 500.000 in kirchlichen Einrichtungen. Auch in Jugend- und Kinderheimen der DDR gab es Gewaltakte.
EKD-Präses: Kirchen offen für Gespräche über Entschädigungsforderungen
Präses Nikolaus Schneider, kommissarischer Vorsitzender des Rates der evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), erklärte am Donnerstag im Inforadio, die Kirchen würden sich Gesprächen zu Forderungen nach materieller Entschädigung für erlittenes Leid in staatlichen und kirchlichen Kinderheimen nicht entziehen. Er sprach von einem "sehr bedrückenden Kapitel".
Dass die Kirchen heute in Haftung für das Verhalten Einzelner genommen würden und für manches System, das nicht richtig gewesen sei, sei richtig, sagte Schneider. Schließlich hätten die Kirchen die Heime damals mitgetragen. Das Problem sei, dass es für materielle Entschädigungen bisher keine rechtlichen Grundlagen gebe.
In der Frage der seelischen Wiedergutmachung seien die Kirchen in der Pflicht, die Dinge offen beim Namen zu nennen. "Ich glaube, viel Heilung geschieht einfach dadurch, dass man das Leid der Menschen anerkennt, dass man es nicht verdrängt oder schön redet." Die Kirchen seien auch bereit, therapeutische Hilfen zur Verfügung zu stellen.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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