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Für die geplante Unternehmenszentrale der Berliner Treberhilfe in Schöneberg ist ein Baustopp verhängt worden.
Die mit der Asbestbeseitigung an der ehemaligen Schwielowsee-Schule beauftragte Firma bestätigte der rbb-Abendschau am Montag den vorzeitigen Abbruch der Arbeiten. Aus Sicht der Treberhilfe läuft dagegen "alles nach Plan". Die Arbeiten seien abgeschlossen, hieß es.
Unterdessen haben sich auch die Mitarbeiter der Treberhilfe von der amtierenden Geschäftsführung distanziert. In einem Brief, der der Abendschau vorliegt, sprechen die Beschäftigten von "unhaltbaren Zuständen" und "fehlender Transparenz". Mit dem Brief wolle man die Empörung über die Missstände in der Geschäftsführung der Treberhilfe öffentlich zum Ausdruck zu bringen, heißt es.
Überführung in neue Muttergesellschaft geplant
"Unser Anliegen ist es weiterhin, die fachlich gute, professionelle Arbeit der Treberhilfe fortzusetzen und aufrecht zu erhalten. Dies ist nicht mit einer Geschäfstführungsebene möglich, die sich mutmaßlich mit Mitteln der Verdunklung und dem Vorspielen falscher Tatsachen Machtpositionen zu erhalten versucht", hieß es in dem Brief, der von 85 Mitarbeitern der Treberhilfe unterzeichnet wurde.
Zudem steht bei der Treberhilfe offenbar ein grundlegender Umbau bevor. Nach Informationen der rbb-Abendschau liegt ein Gesellschafterbeschluss vor, der die gemeinnützige GmbH (gGmbH) in eine Muttergesellschaft mit dem Titel "Hiawatha" überführen könnte.
Bislang sind der Treberhilfe-Verein und Ex-Geschäftsführer Harald Ehlert die Gesellschafter der gGmbH, beide mit Anteilen von 500.000 Euro. Die neue "Hiawatha-"Organisation soll als Muttergesellschaft alle Gesellschafteranteile übertragen bekommen. Nur noch 60.000 Euro sollen beim Verein verbleiben.
Noch kein Antrag beim Handelsregister
Hintergrund könnte die Sicherung der millionenschweren Immobilien der Treberhilfe sein. Sobald die Gesellschafter wechseln, würde Grundertragssteuer fällig, es sei denn, sechs Prozent bleiben bei den alten Gesellschaftern. Dies wären exakt 60.000 Euro.
Laut Abendschau sehen Insider darin einen Versuch, das Vermögen der gGmbH zu privatisieren. Beim Handesregister ist nach Abendschau-Recherchen bis Montag allerdings noch kein Antrag eingegangen, die neue Gesellschaft "Hiawatha" zu gründen.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2010_04/Baustopp_fuer_Treberhilfe-Zentrale.html